Kategorie Navigation:


Nostalgiepalast

Seiten durchsuchen

Sie sind momentan in:

 

Firma

Nostalgiepalast
Bornestr. 15
48529 Nordhorn

Tel.: 05921 - 72 87 556
Handy: 0151 - 115 67 760
Tel. Niederlande: 0031-653181556
Fax: 05921 - 72 87 558


Allgemeine Fragen:
info@nostalgie-palast.de

Bestell- & Versandinformationen:
patrick@nostalgie-palast.de

USt-Id.nr. DE 247 08 21 89

Öffnungszeiten

Montag bis Freitag
10.00 - 18.00 Uhr

Samstag
10.00 - 17.00 Uhr

Jeden Sonntag von
11.00 - 17.00 Uhr Schautag
(Keine Beratung - kein Verkauf)

Stilrichtungen

Kleine Stil - und Möbelkunde

Hauptstilrichtungen:

ROMANIK 800-1200 (1000 - 1250)

Römisches Reich; Deutsche Nation, Minnesänger . . .

Erster germanischer Stil, beeinflußt durch römische und byzantinische Vorbilder, sowie durch christlich-religiöses Denken. Sehr wenige Möbel aus dieser Zeit sind erhalten geblieben.

Möblierung bestand vorwiegend aus: Schemeln, Bänken, Tische, Betten und Truhen; für den kirchlichen Gebrauch einfache Schränke. Drechsler und Zimmerer waren die Handwerker, Tischler gab es noch nicht.

Möbel: schwer und massig, Holzverbindung kannte man kaum; Hölzer wurden stumpf aneinander gelegt und durch aufgenagelte Eisenbänder zusammengehalten. Erst in spätromanischer Zeit wurden Zapfenverbindungen entwickelt. Roh behauene Bretter und Bohlen wurden mit dem Beil aus Rundstämmen gehauen;

Holzarten je nach örtlicher Lage (Nordeuropa: Eiche; Südeuropa: Weichholz; Italien, Südfrankreich, Spanien: Nussbaum)

Zierwerk: kunstvoll geschmiedete Eisenbänder (Ornamente und Figuren). oder Flach- und Kerbschnitzereien. Auch Farbe wurde verwendet; manchmal Überzug mit gefärbten Tierhäuten.

Gegen Ende der Epoche zeigten die Möbel eine feinere Gliederung und zierliche Schnitzereien, dadurch wirkten sie leichter und gefälliger.

Bauwerke: Fenster/Türen niedrig mit Rundbogen, klare Gliederung durch Säulen; Säulen dick, gedrungen; einfache Würfel- oder Figurenkapitelle aus der Pflanzen- oder Tierwelt. Großflächige, massive Gestaltung mit runden Türmen.

GOTIK 1200-1500 (1250 - 1500)

Zeit der Städtegründungen, Aufblühen von Handel und Handwerk; Stilwandel beeinflusst durch tiefreligiöses Denken, durch gewissen Wohlstand (aufkommendes reiches Bürgertum) und Gemeinschaftssinn der Städte.

Zahlreiche Möbel, bildliche und schriftliche Überlieferungen geben ein genaues Bild der Einrichtungsgegenstände. Möblierung wurde ergänzt durch Lese- und Schreibpulte, Wand-, Kipp - und Schreibtische, Betstühle und vor allem Schränke.

Handwerkszeuge standen in einfacher Form zur Verfügung. 1100 wurde Tischler ein Handwerksberuf und gehörte zu den Zünften; 1300 Erfindung der Sägemühle, d.h. es konnten erstmalig Bretter gesägt werden. Verwendung einheimischer Holzarten. Entwicklung der verschiedenen Holzverbindungen, die bis heute ihre Gültigkeit bewahren: Zinken, Schlitzen, Graten, Nuten usw.

Möbel: starke Betonung der Senkrechten; charakteristisch: Spitzbogen, Masswerke, sowie Ornamente aus Flach- und Kerbschnitzereien. Besonders typisch das FaItwerk und das X-Omament in den Füllungsflächen.

Häufig stark polierter Gesimsstab. Merkmal des gotischen Wohnraums Ist die Vertäfelung der Wand und Decke in verschiedenen Arten (profilierte Leisten, gewölbte, farbige Profile).

Bauwerke: Hohe Fenster, Spitzbogen, fein gegliedertes Masswerk, reich profiliert. Säulen hoch, schlank, Kapitelle mit vereinfachten Blüten-/Blattwerk. Feingliedrige Gestaltung, die Senkrechte stark betonend.

RENAISSANCE 1500 - 1650 (1500 -1600)

Zeit der Reformation, der Bauernkriege, Entdeckung Amerika - Stilwandel beeinflusst durch die antike griechische Kunst und Philosophie; Streben nach Lebensbejahendem Menschentum. Von Italien ausgehend (Renaissance = Wiedergeburt).

Neue Möbelarten wurden nicht entwickelt; jedoch lag die Betonung auf Entwicklung bequemer Sitzmöbel.

Anstelle der Nadelhölzer wurde Eiche, Buche, ungarische Esche, Ahorn, Nussbaum und auch überseeische Holzer verwendet.

Möbel: strenge Gliederung einzelner Möbelteile; Ornamente (Löwenköpfe,-tatzen, Masken, Muscheln, Waffen, Säulen, Pilaster, Nischen), Flachschnitzereien und zunehmend plastische/körperliche Schnitzereien; Farbe oder farbige Einlegearbeiten (besonders in Süddeutschland).

Typisch auch die geometrischen Felder von Wand- und Deckenvertäfelungen; Entwicklung der Rahmentäfelung und der Kasettendecke.

Bauwerke: Fenster/Türen rechteckig, mit profilierten dreieckigen oder halbrunden Giebeln. Säulen rund oder kantig; Kapitelle nach antiken Vorbildern mit Blättern, Schnecken oder ornamentalem Schmuck. Klar und harmonisch gegliederte Gestaltung; die Waagerechte betonend.

BAROCK 1650 - 1730 (1600 - 1750)

Zeit des 30-jährg. Krieges, der Preussenkönige und der Türkenkriege. Stilwandel beeinflusst durch unumschränkte Machtentfaltung des Adels und der Kirche, sowie deren Drang nach grösster Prachtentfaltung.

Von Italien ausgehend, vom Adel und der Kirche. Das Bürgertum und die Masse des Volkes war verarmt.

Neuentwicklung im Möbelbau ist der 2-türige Kleiderschrank, in dem Kleider hängend aufzubewahren waren; die Kommode und der Konsoltisch ergänzten das Angebot.

Als Hölzer überwiegend: Nussbaum, Eiche, Ebenholz und andere überseeische Hölzer. Ausgeprägte Freude am Schaffen der Künstler und Möbelbauer, Sodas sich vielfältige Eigenarten und unterschiedlich Gestaltungen entwickelten.

Möbel: Von der Renaissance übernommen, die wuchtig-schwere Form; Schmuckformen und Ornamente änderten sich jedoch grundlegend. Weit ausladende Gesimse wurden geschweift, geköpft und bis ins Feinste poliert. Neben den geraden Säulen der Renaissance verwendete man korkenzieherartig gedrehte Säulen.

Tische und Stühle mit geschweiften Füßen; Schränke und Kommoden stellte man häufig auf Kugelfüsse.

Die Möbel wurden hochglanzpoliert, gestrichen oder bemalt. Einlegearbeiten aus farbigen Hölzern (später auch GoId, Bronze, Schildpatt und Halbedelsteine) wurden reicher und vielfältiger.

Beliebte Schmuckmotive: Akanthusrake, tief ausgeschnitten und gekräuselt, sowie die Form der Ohrmuschel. Trotz schwungvollen Schmuckformen eine symmetrische Gestaltung.

Bauwerke: Fensterumrahmungen abgesetzt u. profiliert, teilweise gewölbt mit Schlusstein oder reichem Schmuck. Säulen rund oder korkenzieherartig gedreht; Kapitelle mit Schnecken und reichem Schmuck, meist mit Blumen und Früchten. Prunkhafte, reich gegliederte Gestaltung; Ovale und Wölbungen vorherrschend.

Rokoko (Spätbarock) 1720 - 1770

Zu den Holzarten des Barock verwendete man nun auch Rosenholz, Mahagoni und Palisander.

Möbel: leichter, schwungvoller, spielerische Formgebung; Flächen wurden gewölbt und kantige Linien traten in den Hintergrund. Kennzeichnend für den Stil ist die Muschelform in verschiedenster Abwandlung, sowie die Rosenranke.

Der Symmetrie des Barock wich zunehmend die Asymmetrie. Mit Schmuckwerk überladen, reich verzierte, wertvolle Möbelbeschläge. Als Farbe verwendete man besonders weiss, gelb, blau und grün.

Aus diesen Epochen abgeleitet sind die folgenden Stilrichtungen:

KLASSIZISMUS 1770-1830

1. Phase Louis - Seize 1770 - 1800

Grundlegender Einfluss für die generelle Formgebung des Klassizismus. Besonders das schwungvolle Stilelement des Rokoko wird ab 1770 durch die Gradlinigkeit ersetzt, jedoch noch immer ist ein recht auffälliges Dekor in Formgebung und Verzierung bestimmend. Die Konstruktion wurde wieder sichtbar, teilweise besonders betont. Schmuckornamente waren Girlanden, Kränze, Schleifen, Medaillons, sowie der Perlstab.

Die naürliche Holzmaserung galt als Schmuck und wurde durch Polieren hervorgehoben. Häufig war Mahagoni und andere Edelhölzer. Beschläge aus Bronze, Messing oder Silber.

2. Phase Empire 1795 - 1815

Orientiert an der Architektur der Antike, mit klaren;übersichtlichen Gliederungen an den meist kantigen Grundformen. In sehr deutlicher Weise findet hier eine Vereinfachung in der Formgestaltung statt.

Allerdings behalten die Möbel einen repräsentativen Charakter (beeinflusst nicht zuletzt von dem Machtanspruch Kaiser Napoleons). Die Möbel tragen römisch-antike und ägyptische Ornamente und sind oft mit Gold-/ Bronze-applikationen besetzt. Dieser Stil wurde 1800/1830 von den europäischen Fürstenhöfen übernommen. Für die Mehrheit der Bevölkerung war diese Stilrichtung nicht zugänglich.

3. Phase Biedermeier 1815 - 1830 (überwiegend im deutschsprachigen Raum)

Mitteleuropa war geprägt von den Kriegswirren der napoleonischen Zeit; wirtschaftliche Not und deutsche Kleinstaaterei, verbunden mit politischer Repression prägen die Stilrichtung des Biedermaier (1810-1830). Waren bisher die Stilrichtungen ausschließlich von aristokratischen Höfen geprägt und vorgegeben, so findet erstmals in der Geschichte, durch die Einführung der Gewerbefreiheit, eine bürgerliche Prägung des Möbel-Stiles statt.

Biedermeiermöbel sind erstmals wirklich ,,mobil", d.h. sie sind weniger gross und schwer wie in den vorangegangenen Epochen. Es ist der Beginn unserer kulturellen, gesellschaftlichen Wohnkultur.

Die lineare Einfachheit dominiert von Phase zu Phase mehr; auch die Schmuckelemente werden weniger.

Das Funieren der Biedermeier-Möbel ist ein weiteres Hauptmerkmal. Der einheitliche, fortlaufende, aber oft auch kontrastreiche Verlauf des Funierbildes, oft in sich spiegelnd (Maser-Klappfunier), ergibt ein harmonisches, optisch klar zu erfassendes Gesamtbild.

Schmuckelemente sind sekundär und bestehen meist aus einfachen Formen und kostengünstigen Materialien (eingelassene Holzteile, beinerne Schlüsselschilder).

Spätbiedermeier 1830 - 1850

Die Endphase des Biedermeier ist von sich überschneidenden stilistischen Einflüssen und Stilformen gekennzeichnet. Die Grundform ist schlicht, jedoch setzt sich verstärkt eine Tendenz zu geschwungenen, profilierten und gedrechselten Elementen durch. Kanten werden abgerundet oder abgeschrägt und immer häufiger treten geschweifte Formen auf (z.B. das Brezelmuster).

HISTORISMUS 1830-1914

Neo- (Neu)Gotik 1830 - 1900

Beginn 1830/35 mit typisch gotischen Merkmalen (Spitzbogenfriese, Flachschnitzereien, Zinnenkränze, figürliche Darstellung der Ritterzeit). Vorwiegend in kirchlichen Einrichtungen, Schlössern und Residenzen, ohne jedoch volkstümlich Bedeutung zu erlangen.

Louis-Philippe 1830 - 1870

Die nach dem Bürgerkönig Lois-Philippe genannte Stilrichtung (auch als 2. Rokoko bezeichnet) entstand als Reaktion auf das gradlinige Biedermeier. Geschwungene Formen, Schweifungen und Biegungen dominierten nun den Möbel-Stil.

Weitere Merkmale: Rahmenprofilierungen, Zierknäufe, Ovalformen und bekrönendes geschweiftes Schnitzwerk.

Die überaus kostbaren Rokokomöbel des 18.Jhrdt., die in Handarbeit gefertigt wurden, konnten nun preiswerter mit dampfgetriebenen Industriemaschinen hergestellt werden. Dem aufstrebenden Bürgertum war so die Möglichkeit geboten, sich preiswert ,,nobel" einzurichten. Durch Vereinfachungen wurde dieser Möbelstil auch nach und nach breiteren Bevölkerungsschichten zugänglich.

Anmerkung: War das Schreinerei-Gewerbe über Jahrhunderte auf dem gleichen technischen Stand ( Säge, Stechbeitel und Hobel), begann nun allmählich die technische Entwicklung und der Einsatz maschineller Holzbearbeitung. Durch den Wegfall innerdeutscher Grenzen, grösserer Mobilität und einer verbesserten Informationslage durch Gewerbevereine und permanent steigender Bevölkerungszahlen konnten Möbel schneller und kostengünstiger hergestellt werden.

Gründerzeit 1880 - 1900

Nach dem deutsch/französischem Krieg 1870/71 und Gründung des Deutschen Reiches ist das rokokobehaftete Louis-Philippe dem neuen Nationalbewustsein nicht mehr entsprechend.

Die Stilelemente der Renaissance werden dominant (Neo-Renaissance).

Klare Massverhältnisse, bestimmt von Quadraten, Rauten, Rechtecken und Kreisen, Säulen, Kapitelle, Gesimse, Friese, plastische Elemente bestimmen den Möbelbau.

Durch die zunehmende Technisierung und neuer Produktionsformen werden nun komplette Wohnungseinrichtungen in unterschiedlichster Material- und Verarbeitungsqualität zu gestuften Preislagen angeboten. Messen, Möbelfabriken entstehen in allen grossen Städten.

Die Großfamilien zerfallen und die Städte erleben einen explosionsartigen Zuwachs an Menschen:

Der nach 1876 in herrschaftlichen Häusern etablierte Wohnstil gelangte im Laufe der 80er/90er Jahre des 19.Jhrdt. zur volksweiten Verbreitung.

JUGENDSTIL 1895 - 1905

Der Jugendstil bildete sich um 1895 als künstlerische Bewegung mit dem Ziel den Historismus mit seinen neostilistischen Tendenzen etwas entgegenzusetzen. Das Suchen und Finden eines neuartigen Stils erfasste weite Teile Europas und Amerikas. Die neue Richtung etablierte die Zeitschrift ,,Jugend", woher in Deutschland die Bezeichnung ,,Jugendstil" herrührt.

Der Jugendstil ist charakterisiert durch stark stilisierte Naturformen: florale Ornamentik umspielt die Kontur (Blumen, Blüten, Blätter). Grundlegendes Symbol ist die ,,verdrehte 8". Darüber hinaus wird die Farbe ein Bestandteil der Gestaltung.

Nicht nur als eigenständige Stilrichtung setzte sich der Jugendstil durch, es kam auch zur Verschmelzung mit den Merkmalen der Gründerzeit.

Anmerkung: Die Zeitangaben lassen sich nicht eindeutig festlegen und die verschiedenen Stilrichtungen nicht eindeutig voneinander abgrenzen. Die Stile und Epochen kamen in den einzelnen Ländern und Regionen unterschiedlich zur Geltung und gingen in den Übergagsphase ineinander über.

Für den allgemeinen Antik- und Gebraucht-Möbelmarkt sind folgende Stilrichtungen von Bedeutung:

Biedermeier

Merkmale: schlichte, einfache Formgebung ohne viel Verzierungen; Brezelmuster, Beschläge: rhombenförmiges Funier und Bierlasur: symmetrisch, fortlaufend holzverdübelt, Nägel handgeschmiedet (wenn überhaupt), handgehobelte Holzteile (Füllungen, Schubladenböden, Rückwände).

Gründerzeit

Merkmale: viele Verzierungen, Leisten mit drei Rillen, Schnecken, Säulen, Knöpfe, Rauten, verzierte Beschläge.

Jugendstil

Merkmale: floristische Ornamente und Schnitzereien (Blumen, Blätter); offene verspielte Formgebung; als Ornament die ,,verdrehte 8" als Grundmotiv.

20er Jahre:

Merkmale: Sperrholz ab 1920 in Füllungen, Rückwand und Schubladen, Meterschanier ab 1920 (aber häufig noch mit Innen-Fitscher); Zierleisten mit engen Wölbungen und fünf Rillen. Insgesamt schlichtes Erscheinungsbild; dünnes, oft qualitativ minderes Holz und rationelle Bauweise. Linoleumbelag